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Wir trauern um Edeltraut Edlinger

Foto: Daniela Pfeil

Foto: Daniela Pfeil

Im Juli mussten wir Abschied nehmen von unserer Gründungsfrau Edeltraut Edlinger, die völlig unerwartet im Alter von 84 Jahren verstorben ist.

Edeltraut hat die Beratungsstelle von Anfang an geprägt. Sie hat unsere Beratungs- und Kursangebote maßgeblich mit aufgebaut und über viele Jahre als Geschäftsführerin weiterentwickelt. Frauengesundheit, Schwangerschaft und Geburt waren ihre Herzensthemen. Sie entwickelte Konzepte für die Geburtsvorbereitung, initiierte die psychosoziale Beratung zu Pränataldiagnostik in München und brachte die FenKid®-Eltern-Kind-Kurse auf den Weg.

Ihr Wirken reicht dabei weit über unsere Beratungsstelle hinaus. Edeltraut hat die Frauengeschichte Münchens maßgeblich mitgeprägt. Sie hat sich über Jahrzehnte dafür eingesetzt, dass Frauen ihre Gesundheit, ihre Schwangerschaft und ihre Geburt selbstbestimmt gestalten können und mit ihren Erfahrungen und Bedürfnissen gehört werden. Vieles von dem, was heute selbstverständlich erscheint, musste erst erkämpft, erdacht und aufgebaut werden. Edeltraut war eine dieser Frauen, die diesen Weg bereitet haben.

Besonders verbunden war sie mit der Begleitung von Eltern, die ihr Kind verloren haben. Auch aus ihrer eigenen Erfahrung heraus entwickelte sie die „Leere-Wiege-Rückbildung“ und schuf damit einen Raum, in dem Trauer, Körper und die Erfahrungen nach einem Verlust ihren Platz haben.

Wir sind sehr traurig, Edeltraut nicht mehr bei uns zu haben. Und wir sind von Herzen dankbar, dass wir sie kennenlernen und ein Stück dieses Weges mit ihr gehen durften. Für ihre Ideen, ihren Mut, ihre Beharrlichkeit und ihren manchmal unkonventionellen Blick. Für all das, was sie aufgebaut und angestoßen hat. Und für das Vertrauen, mit dem sie Verantwortung weitergegeben hat.

In den vergangenen Wochen haben wir dabei besonders gespürt, dass Abschied nicht bedeutet, dass etwas einfach aufhört. Menschen hinterlassen Spuren – in Beziehungen, in Haltungen, in Ideen und in dem, was andere mit ihnen weitertragen. Vieles von dem, was Edeltraut wichtig war, gehört auch heute zu unserem Selbstverständnis. Wir wollen es nicht nur bewahren, sondern immer wieder neu fragen, was Eltern und Kinder heute brauchen und wie wir sie auf ihrem eigenen Weg stärken können.

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